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Interview mit Daniel Flatz von der Tischlerei Flatz in Hörbranz

Nach dem Motto „Mit Maß & Stil“ vereint die Tischlerei Flatz traditionelles Handwerk, Design und Funktionalität. Geschäftsführer Daniel Flatz spricht im Interview mit Küchenfinder über seine Liebe zu Holz, seine Arbeit im Familienbetrieb und den Blog des Unternehmens. Zudem gewährt uns der Vorarlberger einen Einblick in den Ablauf einer Küchenplanung vom Tischler und verrät uns seinen bisher außergewöhnlichsten Kundenwunsch.

 

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Servus Daniel, wer bist du und was machst du?

Ich bin begeisterter Allrounder im familiengeführten Tischlereibetrieb, wobei ich mehr im Büro beim Beraten und Planen und direkt beim Kunden vor Ort als in der Werkstatt zu finden bin. Genauso vielseitig aufgestellt, ist auch unser Betrieb in puncto hochwertige Möblierungen und Innenausbau, darunter natürlich auch Küchen, denn erst diese machen aus einem Raum mehr als 4 Wände.

 

War es schon immer ein Traum von dir Tischler zu werden? Wann hast du die Liebe zu Holz entdeckt?

Ehrlich gesagt konnte ich mich mit der Idee Tischler zu werden nicht auf Anhieb anfreunden. Tagtäglich an Fahrrädern zu schrauben hätte mich in meiner Jugend wesentlich mehr gereizt. Dennoch entschied ich mich dazu, dem Beruf eine Chance zu geben. Einen filmreifen Schlüsselmoment, der die Liebe zum Holzhandwerk entfachte, gab es nicht, sondern sie entwickelte sich durch die intensive Beschäftigung mit Design, Konstruktion und unterschiedlichsten Materialien.

 

Was ist das Besondere an der Tischlerei Flatz? Warum seid ihr für einen Küchenwunsch genau der richtige Ansprechpartner?

Unsere Kunden schätzen, dass wir uns Zeit für sie und ihre Wünsche nehmen, sie umfangreich beraten, aber auch dazu animieren selbst Ideen einzubringen. Diese sind im ersten Moment gerne mal sehr kreativ und nicht unbedingt umsetzbar. Bei mir stoßen sie dennoch auf offene Ohren. Wenn mir eine Lösungsmöglichkeit nicht gleich in den Sinn kommt, knie ich mich, auch mal stundenlang, hinein, um eine technisch funktionierende und ästhetische Lösung zu finden. Unter anderem bleibe ich auch so am Puls der Zeit. Genauso wichtig wie die kompetente Beratung und Planung ist die Umsetzung des Projekts in der bestmöglichen Qualität.

 

Ab welchem Küchen-Budget lohnt sich der Gang zum Tischler?

Für alle Komponenten einer Küche, wie Korpusse, Oberflächen, Geräte und Ausstattung, können wir kostengünstige Optionen bis hin zu high-end Varianten anbieten, abhängig vom im Erstgespräch abgesteckten Budget. Zu einer für beide Seiten interessanten Lösung können wir ab etwa € 10.000,- finden.

 

Werkstatt Tischlerei Flatz in Hörbranz; Fotocredit: Daniel Flatz

Werkstatt Tischlerei Flatz in Hörbranz; Fotocredit: Daniel Flatz

 

Wie genau sieht der Ablauf einer Küchenplanung bei der Tischlerei Flatz aus?

Die Zusammenarbeit mit unseren Kunden sieht in aller Kürze in etwa so aus:

  1. unverbindliches Erstgespräch zum Kennenlernen und zur Klärung der Vorstellungen
  2. Erstellung des Angebots und erste Visualisierung mit dreidimensionalen iPad-Skizzen aus dem Gespräch
  3. maß- und detailgetreue CAD-Planung inklusive wichtigen Angaben für andere Gewerke nach der Auftragsvergabe
  4. der Oberflächen fast zu guter Letzt, da sich Boden, Wandfarben und andere gewählte Materialien während unserem Planungsprozess erfahrungsgemäß noch recht oft ändern
  5. Besprechung des finalen Werkplans und Freigabe durch den Kunden in die Produktion

Anschließend kann sich der Kunde zurück lehnen. Sein nächster Einsatz ist dann erst wieder beim Putzen, Einräumen und erst recht beim Kochen.

 

Wie bereitet man sich als Kunde am Besten auf ein Erstgespräch beim Tischler vor?

Die Möglichkeiten eine Küche zu gestalten und auszustatten gehen ins Endlose. Deshalb ist es sowohl für den Kunden, als auch für mich hilfreich, wenn sich dieser bereits im Vorhinein gedanklich mit seiner zukünftigen Küche auseinandersetzt. Ein Erstgespräch mit der Einstellung „Der Tischler wird uns schon sagen, was wir wollen und brauchen“ wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht den gewünschten Erfolg bringen. Auf unserem Blog haben wir uns deshalb mit den wichtigsten Punkten zur Vorbereitung näher befasst. Damit plant sich die Küche zwar auch nicht von selbst, aber es geht wesentlich leichter von der Hand und macht Spaß.

 

Wie lange dauert die Planung einer Küche bei euch im Durchschnitt? Und wie lange dauert es, bis die geplante Küche geliefert und aufgebaut ist?

Im Durchschnitt gehe ich von insgesamt drei Besprechungsterminen für eine Küchenplanung aus. Der Zeitraum über den sich diese erstrecken ist unterschiedlich: Bei einem Neubau wird der Tischler ungefähr ein Jahr vor dem Fertigstellungstermin mit ins Boot geholt, damit sämtliche Anschlüsse entsprechend der Küchenplanung umgesetzt werden können. Ein Sanierungsprojekt kann bestenfalls innerhalb von 4 Wochen durchgeführt werden, wenn man sich an den bestehenden Gegebenheiten orientiert.
Der Einbau selbst nimmt in der Regel zwischen 2-5 Tagen in Anspruch. Es gilt jedoch: je größer und aufwändiger die Küche, desto länger der Einbauzeitraum.

 

Welches sind die häufigsten Fehler bei der Planung einer neuen Küche?

Von Seiten der Küchenexperten sind diese größtenteils vermeidbar, indem man sich den Kundenwünschen annimmt. Jemandem, der eine pflegeleichte Küche möchte, eine geölte Massivholzküche vorzuschlagen, geht am Ziel vorbei. Genauso die Durchsetzung einer Gestaltungsidee des Planers, die nicht zu hundert Prozent begeistert. Technische Planungsfehler sind in einer klassischen Küche praktisch auszuschließen, da wir hier auf unsere Erfahrung bauen können. Der Kunde könnte sich – und uns 😉 – das Leben während der Projektlaufzeit leichter machen, indem ein Hauch weniger Ambition, dafür eine Portion mehr Realismus in die Terminplanung einfließen würde. Zudem trifft das Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ auch auf eine Küchenplanung zu. Vielseitiges Feedback ist schön und gut, da aber jeder unterschiedliche Vorlieben in Bezug auf Abläufe, Wege und Gestaltung hat, sollte man sich vorrangig auf seine eigenen Vorstellungen besinnen.

 

Worauf gilt es bei einer Küchenmodernisierung zu achten?

Das A und O ist die Planung. In den meisten Fällen zieht der Kunde nicht vorübergehend aus, sondern wohnt auf der Baustelle. Somit gilt es durch gute Planung und enge Zusammenarbeit der Gewerke diesen Zeitraum möglichst kurz zu halten.

 

Lieblingsküche von Daniel Flatz; Fotocredit: Daniel Flatz

Lieblingsküche von Daniel Flatz; Fotocredit: Daniel Flatz

 

Was empfiehlst du jemanden, der für eine Mietwohnung eine kleine, preiswerte Küche benötigt?

Grundsätzlich würde ich bereits dem Vermieter empfehlen den Bewohnern eine Küche zu stellen, wie es in Österreich üblich ist, denn eine häufige (De-) Montage kann auf Dauer der Bausubstanz schaden. Ansonsten könnte ich mir rollbare und flexibel kombinierbare Küchenelemente für den Mieter vorstellen. Hier würde sich bestimmt etwas austüfteln lassen.

 

Empfiehlst du deinen Kunden Dunstabzüge? Wenn ja, welche?

Es ist kein großes Geheimnis, dass ich bekennender BORA Fan bin. Aus optischen Gründen kommen für mich Abzugshauben nicht in Frage. Deckenlüfter wären eine schöne Alternative, allerdings sind sie recht teuer, ineffizient und platzmäßig in den meisten Fällen nicht unterzubringen. Somit kommt die Absaugung über die Arbeitsplatte wie gerufen. Das System ist nicht neu, doch BORA hat es geschafft, dass dieses wirklich funktioniert und die Geräte sind zudem noch ein Hingucker.

 

Welche Gerätemarke baust du am meisten in neue Küchen ein? 

Ich greife auf bewährte Hersteller, wie Siemens oder Miele zurück. Immer häufiger empfehle ich Geräte von Neff, die mit ihrer neuen Produktlinie ebenso einen tollen Mix aus Design, Funktionalität, Qualität und Preis geschaffen haben. Zudem darf für mich die BORA Lösung in keiner Küche fehlen.

 

Für euren recht kleinen Familienbetrieb habt ihr einen relativ großen Schauraum. Wie wichtig ist es für Kunden, sich die Möbel vor Ort ansehen zu können?

Beim Umbau im letzten Jahr war es uns wichtig, den Schauraum zu beleben und wohnlich zu gestalten, sodass sich unsere Kunden direkt wohl fühlen. Der Esstisch dient nun als Besprechungs- und Beratungstisch. Mit kurzen Wegen kann ich den Kunden verschiedene Möbel, Muster und Lösungen zeigen. Sie können sie sehen und anfühlen. Alleine das in Kombination mit meinen Skizzen reicht, damit sie sich ihre zukünftige Küche und Möbel besser vorstellen können.

 

Seit nicht allzu langer Zeit betreibt ihr einen Blog auf eurer Website.
Was ist der Gedanke dahinter?

Bei der Neugestaltung unserer Website war es und wichtig, dass wir diese leicht mit neuen und aktuellen Inhalten füttern können. Diese sollten aber auch von Interesse sein – vor allem für Häuslbauer und Wohnungsmöblierer, sowie ehemalige Kunden, um in Kontakt zu bleiben. Bei einer Wanderung kam uns der Gedanke häufige oder ausgefallene Fragen und Anliegen unserer Kunden im Blog aufzugreifen, diese auf Basis unserer Erfahrung zu beantworten und gleichzeitig einen Einblick ins Handwerker-Dasein und unser tägliches Tun zu geben.

 

Wie viele Küchenanfragen pro Monat erhältst du über das Internet?

Schätzungsweise sind es 2-3 Anfragen pro Monat, Tendenz steigend. Die meisten Neukunden kommen jedoch weiterhin auf Empfehlung, was uns sehr freut und in unserem Tun bestärkt.

 

Bitte verrate uns den außergewöhnlichsten Kundenwunsch:

Da gab es schon viele, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Mein Favorit ist schon ein paar Jahre her: Dass eine Kücheninsel stabil sein soll, ist für uns selbstverständlich. Dass sie bis zu 15 darauf tanzende Partygästen standhalten soll, jedoch nicht. Diese Anforderung haben wir aufgenommen und erfolgreich umgesetzt, denn sie hat es bis heute unbeschadet überstanden.

 

In was für einer Küche kochst du zuhause?

Unsere Küche zu Hause ist eine der ersten, die ich selbst geplant habe. Ihre fast zehn Jahre sieht man ihr trotz regelmäßigem Einsatz kaum an. Zugegebenermaßen habe ich in dieser Zeit Einiges an Erfahrung dazu gesammelt und würde inzwischen ein paar Details anders lösen. Dennoch gefällt sie mir noch immer und ist in Kombination mit dem offenen Essbereich das Herzstück der Wohnung.

 

Private Küche von Daniel Flatz

Private Küche von Daniel Flatz; Fotocredit: Daniel Flatz

 

Wo findest du Inspirationen für deine Arbeit? Liest du viele Blogs oder Zeitschriften zu dem Thema? Wenn ja, welche?

Regelmäßig durchstöbere ich neben dem Fernsehen Magazine, wie Häuser, Home oder ElleDecorItalia, aber auch diverse Online-Kanäle, wie Instagram, Pinterest oder Facebook, die sich auch für Kunden zur Inspiration anbieten.
Ansonsten gilt einfach grundsätzlich Augen auf – Ideen und Impulse gibt es fast an jeder Ecke. Ich habe beispielsweise einiges auf meinen Reisen durch unterschiedlichste Länder aufgeschnappt.

 

Lieber Daniel, vielen Dank für das lesenswerte Interview!

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