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Induktionsherd-Strahlung: Ist das Magnetfeld von Induktionskochfeldern schädlich?

Die einen lieben ihn, den anderen ist er nicht so ganz geheuer: Der Induktionsherd. Was ist dran an den Meldungen, dass die Benutzung gefährlich für die Gesundheit sein kann? In diesem Artikel wird dem Mysterium Induktionsherd auf den Grund gegangen und du bekommst Tipps für einen sicheren Umgang mit deinem Kochfeld.

Vorteile von einem Induktionskochfeld

Induktionskochfelder sind im Moment sehr beliebt. Kein Wunder – gegenüber einem herkömmlichen Cerankochfeld haben sie zahlreiche Vorteile. Die Speisen werden schneller warm und das Kochfeld an sich wird dabei nicht heiß. Es besteht also kaum Verbrennungsgefahr. Auch wenn mal etwas übergeht oder du vergisst, dass dir als Kind eigentlich mal beigebracht wurde, dass man Kochplatten nicht anfasst, wenn das rote Licht leuchtet. Darüber hinaus ist ein Induktionskochfeld in puncto Energieverbrauch sehr effizient. Laut Stiftung Warentest braucht es rund ein Fünftel weniger Strom als ein Cerankochfeld.

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Wie funktioniert ein Induktionsherd?

Achtung, jetzt gibt’s eine kleine Lektion in Sachen Physik: Induktionherde arbeiten mit elektromagnetischen Strahlen. Unter jeder Kochzone befindet sich eine Spule, die mit Wechselstrom versorgt wird. Es wird ein Magnetfeld erzeugt, das im Boden des leitenden Geschirrs einen Wirbelstrom verursacht. Durch den Widerstand des Topf- oder Pfannenbodens wird der Strom in thermische Energie umgewandelt.

Welches Geschirr funktioniert auf einem Induktionsherd?

Im Prinzip würde das mit jedem leitenden Material funktionieren. Um Kochen zu können, muss das Geschirr aber aus ferromagnetischen Stoffen (also Eisen, Nickel oder Kobalt) bestehen. Diese leiten nämlich das elektromagnetische Wechselfeld in die äußere Schicht des Geschirrs, wodurch sich der Widerstand erhöht. Und wie wir vorher schon geklärt haben: Der Widerstand ist dafür verantwortlich, dass der Strom in Wärme umgewandelt wird. Deshalb: mehr Widerstand = mehr Wärme.

Induktionsherd-Strahlung: Birgt ein Induktionskochfeld Gesundheitsrisiken?

Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Elektromagnetische Felder können im menschlichen Körper elektrische Ströme erzeugen. Wenn diese eine gewisse Stärke haben, werden Nerven und Muskeln gereizt. Im europäischen Raum gilt deshalb bezüglich elektrischer und magnetischer Felder ein Grenzwert, der 50-mal unter dem Wert liegt, bei dem Nerven- oder Muskelreizungen entstehen. Bevor du aber losmarschierst und die Planung der neuen Küche komplett über den Haufen wirfst, kommt jetzt die gute Nachricht. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es keine überzeugenden Hinweise darauf, dass Magnetfelder langfristig gesundheitsschädigende Auswirkungen haben. Um wahrheitsgemäß zu bleiben muss allerdings auch dazugesagt werden, dass es zu diesem Thema laut WHO noch wenige Studien gibt.

 

Entwarnung gibt auch das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG). Das BAG hat die magnetischen Streufelder von zwei Einbau-Induktionsherden untersucht. Dabei wurde gemessen, ob die vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten wurden. Die Grenzwerte gelten bei einem Abstand zum Kochfeld von 30cm. Voraussetzung ist auch, dass geeignetes, genügend großes Geschirr verwendet wird, das zentriert platziert wird. Das BAG konnte feststellen, dass die geltenden Normen eingehalten wurden.

 

Mehr noch: Im Alltag ist es manchmal nicht möglich, einen Abstand von 30cm einzuhalten. Da geht es unter anderem um einen durch Bier geformten Bauch, kleinere Personen oder schwangere Frauen. Deshalb wurde auch untersucht, ob die Streuung bei geringerem Abstand den Grenzwert überschreitet. Um es kurz zu machen: Laut den Untersuchungen des BAG tut sie das bei einem Mindestabstand von 5 bis 10 Zentimetern nicht. So lange du also nicht mit der Nase auf dem Kochfeld klebst, bist du auf der sicheren Seite.

Tipps für die sichere Benutzung eines Induktionskochfelds

Gebrauchsanweisung lesen: Auch wenn die Gebrauchsanweisung von Geräten meist eher als lästiger Papiermüll empfunden wird, gilt in diesem Fall: Zähne zusammenbeißen, durchlesen und die beschriebenen Vorschriften einhalten.

 

Passendes Geschirr verwenden: Die Kochzone sollte durch das Geschirr vollständig abgedeckt werden, so kann eine Streuung des Magnetfelds minimiert werden.

 

Für Träger eines Herzschrittmachers oder anderer elektronischer Implantate: Abhängig vom Gerät kann nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, dass es zu einer Beeinflussung kommt. Deshalb lieber beim Arzt nachfragen, ob bedenkenlos mit Induktion gekocht werden kann.

 

Keine Kochlöffel aus Metall: Kochlöffel aus Kunststoff oder Holz verwenden, diese Stoffe sind nämlich im Gegensatz zu Metall keine guten Leitstoffe. So wird sichergestellt, dass auch wirklich kein Ableitstrom in den Körper gelangt.

 

Bevorzugt die hinteren Kochfelder benutzen: Den vom Hersteller empfohlenen Abstand zwischen eigenem Körper und Kochfeld einzuhalten gelingt leicht, wenn hauptsächlich die hinteren Kochfelder benutzt werden.

 

Falls du aufgrund verschiedener Schreckensmeldungen schon das Stemmeisen zur Hand genommen hast, um dein Induktionskochfeld auszubauen, kannst du das Werkzeug wieder gegen einen Kochlöffel tauschen. Wenn du diese Tipps beherzigst, kannst du ruhig mit deinem Induktionskochfeld weiterkochen.

 

 

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Quellen:

Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG): www.bag.admin.ch/themen/strahlung/00053/00673/03156/index.html?lang=de (Stand: 03/2016)

World Health Organization (WHO): www.who.int/peh-emf/publications/elf_ehc/en/ (Stand: 08/2016)

 

Fotocredit Titelbild: © Neff

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