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Arbeitsplatten aus MDF und HPL (Laminat/Schichtstoff): Holz, Kunststoff oder beides?

Laminat-Arbeitsplatte im Holz-Look (Nendos). Foto: © Lechner

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Immer diese Abkürzungen. Um gleich zu Beginn Licht ins Dunkel zu bringen: MDF steht für Mitteldichte Holzfaserplatten und gehört nicht zur Familie der Spanplatten. Dennoch werden MDF und Laminat-Arbeitsplatten (High-Pressure-Laminate auf Spanplatten) von Küchenberatern  einfachhalber immer wieder gerne in einen Topf geworfen. Nicht zuletzt deswegen, weil sie sich in vielen Bereichen – wie Materialbeschaffenheit, Preis-Leistungs-Verhältnis und der Verwendungsart – sehr ähnlich sind. Wir verraten dir in diesem Beitrag die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Materialien, die Vor- und Nachteile als Arbeitsplatte und geben dir Tipps zur Reinigung und Pflege von HPL und MDF.

Arbeitsplatten aus Laminat – die günstige Alternative

Küchenarbeitsplatten aus Laminat? Nur keine Angst, du musst nicht vom Fußboden essen. Denn Laminat ist nicht nur ein beliebtes Fußbodenmaterial, sondern wird auch gerne in der Küche verwendet. Die Bauweise ist hier Namensgeber: Arbeitsplatten aus Schichtstoff-Laminat (HPL) bestehen aus Spannholz Trägerplatten, die von einer dichten Laminatschicht überzogen sind. Laminat Arbeitsplatten sind die erste Wahl, wenn das Geld für eine Stein- oder Echtholzplatte nicht ausreicht. Denn die Schichtstoff-Replikas sehen ihren Vorbildern zum Verwechseln ähnlich und bieten eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten. Mehr als 150 Designs im Look von Stein, Holz, unifarben oder wild gemustert sind am Markt erhältlich.

Kein Material wird in heimischen Küchen häufiger verwendet als Kunststoff-Laminat. Diese Arbeitsplatten sind sehr häufig bei Billigküchen mit geringer Lebensdauer in Mietwohnungen und Studenten-WGs anzutreffen. Denn das Material ist günstig, die Qualität ist aber oft genauso niedrig wie der Preis: Nach 15 Jahren muss man sich trotz guter Pflege meist nach einer neuen Küche umsehen. Doch auch in luxuriösen, designorientierten Küchen ist ein spannendes Comeback der Laminat-Arbeitsplatte zu beobachten. Mit seinen extravaganten Mustern und Farben ist Kunststofflaminat nämlich der bunte Vogel unter den Oberflächen. Kreiere deine eigene, individuelle Platte oder wählen aus mehr als 150 Optiken aus Stein, Holz, unifarben oder wild gemustert.

Arbeitsplatten aus MDF – das hochweritge “Laminat”

Beide Holzwerkstoffplatten – sowohl MDF als auch HPL (Laminat) – werden mit einer robusten Kunststofffolie oder Laminatschicht überzogen, die sich dann auch noch sämtliche optische Mätzchen erlaubt: Stein, Holz, Regenbogen – oder sogar die Fotos aus dem letzten Mallorca-Urlaub. Alles ist möglich. Die MDF-Platte besitzt aber dennoch einige Eigenschaften, mit denen sie in Punkto Qualität die HPL-Platte hinter sich zurücklässt. In großen Gastroküchen wird man wahrscheinlich vergeblich danach suchen. Jedoch erfreuen sich MDF-Platten in privaten Haushalten im deutschsprachigen Raum sehr großer Beliebtheit. Aufgrund der großen Ähnlichkeit zu HPL-Küchenarbeitsplatten ist auch die Zielgruppe ident. Besonders Bewohner von Mietobjekten und Leute mit einem kleinerem Budget greifen häufig zur MDF-Arbeitsplatte.

Unterschied zwischen MDF und HPL Platten

Grau/Silberne Laminat-Arbeitsplatte in Steinoptik (Iron Stone). Foto: © Lechner

Grau/Silberne Laminat-Arbeitsplatte in Steinoptik (Iron Stone). Foto: © Lechner

Wenn die HPL-Platte der Opel Corsa unter den Küchenoberflächen ist, dann ist die MDF-Platte ein kleiner Geländewagen. Sie stellt eine robustere, hochwertigere Alternative zu den günstigeren High-Pressure-Laminaten dar, und punktet mit allen Vorteilen, mit denen auch HPL- Küchenarbeitsplatten auftrumpfen können. Anders als bei HPL werden bei MDF- Platten feine Holzfasern – und nicht ganze Schichten – aus meist rindenfreiem Nadelholz schonend zu Einschichtplatten verpresst. Das ist auch das Geheimnis der hohen Stabilität dieser Arbeitsplatten und prägt ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zur Spanplatte: die bemerkenswerte Gleichmäßigkeit der Oberfläche. Selbst die Kanten sind ausgesprochen glatt und feinporig. In der Vielfalt des Oberflächedesigns stehen mitteldichte Faserplatten ihrem Verwandten aus HPL in nichts nach. Sie können nach allen Regeln der Kunst beschichtet und mit robusten Folien überzogen werden.

Arbeitsplatten aus RESOPAL

Resopal® Arbeitsplatten erfreuen sich großer Beliebtheit. Auf den ersten Blick verrät der Markenname nicht, um welches Material es sich handelt. Im Grunde ist Resopal® aber nichts anderes als Laminat/Schichtstoff. Im allgemeinen Sprachgebraucht hat sich das Wort “Resopal” als Synonym für Schichtstoff/Laminat durchgesetzt. Das ist aber falsch, denn Resopal®  ist allerdings nur eine bestimmte Marke.

Mehr über Resopal®  erfahren 

Vorteile von MDF und HPL

Vorteil HPL MDF
Preisgünstig x x
Große Auswahl an Farben und Designs x x
Robust – härter als Holz x x
Licht- und Geruchsneutral x x
Pflegeleicht & hygienisch x x
Kein Klirren, keine Scherben x x
Stabilität und Biegefestigkeit x
Feine, gleichmäßige Oberflächen und Kanten x
Eignet sich für außergewöhnliche Formen x
Schwarze Küchenarbeitsplatte aus Laminat in Marmor-Optik (Arezzo). Foto: © Lechner

Schwarze Küchenarbeitsplatte aus Laminat in Marmor-Optik (Arezzo). Foto: © Lechner

Nachteile von MDF und HPL

Nachteil HPL MDF
Empfindlich gegenüber Feuchtigkeit x x
Nicht schnittfest x x
Hitzeempfindlich x x
Nicht abschleifbar x x
kurzlebig x
Vorsicht bei Allergien und Asthma (Kleber) x
Kein Klirren, keine Scherben x x

Reinigung und Pflege von MDF und HPL

Einfacher geht’s nicht: Man nehme warmes Wasser und mildes Spülmittel. Auch bei hartnäckigeren Flecken muss man nicht übertrieben feinfühlig sein. Laminat-Arbeitsplatten vertragen normale Haushaltsputzmittel wie zum Beispiel Glasreiniger oder Putzalkohol. Vermeide jedoch ätzende Chemikalien wie Chlor, Säuren, Scheuerpulver oder Entkalker.

Und bitte das Trockenwischen nicht vergessen! – denn Feuchtigkeit ist der große Feind der Laminat-Arbeitsplatte! Vermeide aufgestautes Wasser an Übergangsbereichen wie an Spülen, Herdplatten oder an aufeinandertreffenden Laminatschichten. Dort kann das Pressholz aufquillen und Schimmel entstehen.

 

Tipps für eine Arbeitsplatte aus MDF oder HPL

  • Achte auf eine durchgängige Platte
    Augen auf, Lupe raus! Untersuche Laminatarbeitsplatten wie Sherlock Holmes. Die Laminatschicht sollte durchgängig und in einem Stück über die Spannplatte bis zur Unterseite gezogen sein.
  • Ein Dampfschutz verlängert die Lebensdauer wesentlich
    Auch die Unterseite der Platte sollte durch eine feuchtigkeitsabweisende Beschichtung geschützt sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann einen Dampfschutz zwischen Platte und Geschirrspüler anbringen.
  • Obacht mit Scharfem und Heißem
    Schneide niemals direkt auf einer Laminat-Arbeitsplatte und verwende Untersetzer bei heißen Töpfen und Pfannen. So verbrennst du dir sicher nicht die Finger.
  • Achte auf das Gütesiegel
    Tu dir und der Umwelt etwas Gutes. Achte darauf, dass MDF-Arbeitsplatten das Gütesiegel E1 aufweisen können. Dieses Gütesiegel garantiert das kontrollierte und begrenzte Vorkommen von  Formaldehyden in deiner MDF-Platte. Diese gesundheitsschädigenden Chemikalien finden sich in Leimen und Härtern der Holzfaserplatte wieder. Aber keine Panik! Du kannst sorglos deine Lebensmittel auf MDF-Arbeitsplatten zubereiten. Durch die Beschichtung ist dein Essen gut vor bösen Chemikalien geschützt.

 

 

Titelfoto: Lechner

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