Naturstein wie Granit, Marmor oder Schiefer verleiht jeder Küche ein edles Ambiente. Doch eines darf man nicht vergessen: Naturstein ist zwar robust, aber nicht unverwüstlich. Fett, Säuren oder Rotwein können ohne Schutz unschöne Flecken hinterlassen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Versiegelung oder Imprägnierung schützt du deine Arbeitsplatte dauerhaft – und das sogar in Eigenregie.
Im Folgenden erfährst du, wie du deine Naturstein-Arbeitsplatte Schritt für Schritt versiegelst, welche Kosten entstehen und worauf du unbedingt achten solltest.
Schritt 1: Vorbereitung der Arbeitsfläche
Am Anfang steht immer die Vorbereitung. Zuerst wird die Arbeitsfläche komplett freigeräumt, alle Geräte und Gegenstände entfernt und die Platte auf sichtbare Verschmutzungen kontrolliert. Danach folgt eine gründliche Reinigung.
Anmerkung: Rückstände von Fett, Staub oder alten Pflegemitteln müssen verschwinden, damit das Mittel später gleichmäßig einziehen kann. Empfehlenswert ist ein pH-neutraler Steinreiniger – “Säuren sind tabu, da sie Naturstein dauerhaft schädigen.”
Schritt 2: Stein trocknen lassen
Anschließend heißt es warten. Der Stein muss absolut trocken sein, bevor die Versiegelung aufgetragen wird.
- Bei dichtem Granit reicht oft eine Nacht
- Bei stark saugenden Steinen wie Marmor oder Sandstein sind 24 Stunden sinnvoll
Küchenfinder-Tipp: Wer auff Nummer sicher gehen will, lässt die Arbeitsplatte länger stehen: “Finger weg vom feuchten Stein – sonst kann die Versiegelung nicht wirken.”
Vor dem eigentlichen Auftrag empfiehlt sich eine kleine Probefläche an einer unauffälligen Stelle. Dort zeigt sich, ob das Mittel den Stein farblich verändert oder den gewünschten Effekt erzielt.
Schritt 3: Versiegelung auftragen
Die Anwendung selbst ist einfach. Das Produkt wird mit einem Pinsel, einer Rolle oder einem Tuch dünn aufgetragen. Manche Hersteller sprechen von “nass in nass”, was bedeutet, dass die Fläche gleichmäßig benetzt sein soll, ohne dass sich Pfützen bilden.
Nach rund zehn bis dreißig Minuten Einwirkzeit werden überschüssige Reste mit einem weichen Tuch entfernt. Vergiss dabei nicht: Je dünner die Schicht, desto gleichmäßiger das Ergebnis. Bleibt Flüssigkeit zu lange stehen, können unschöne Schlieren entstehen. Bei Bedarf folgt eine zweite Schicht, besonders bei stark beanspruchten Platten oder sehr offenporigen Steinen.

Versiegelung in der Anwendung: Mit einem fusselfreien Tuch wird die Imprägnierung gleichmäßig auf die saubere Steinplatte aufgetragen – für optimalen Schutz. Quelle: KI-generiertes Bild (Google Gemini)
Schritt 4: Aushärten lassen
Nach dem Auftrag braucht die Fläche Ruhe. Je nach Hersteller sollte sie 24 bis 48 Stunden nicht belastet werden. Das heißt kein Wasser, keine Töpfe und auch keine Abdeckung.
Küchenfinder Tipp: Wer möchte, kann nach der Wartezeit mit einem weichen Tuch nachpolieren. Das sorgt für ein besonders gleichmäßiges und gepflegtes Finish.
Schritt 5: Typische Probleme und Lösungen
Auch wenn die Anwendung einfach ist, können kleine Fehler passieren.
- Flecken nach dem Versiegeln entstehen meist, wenn Rückstände zu spät abgewischt wurden oder die Schicht zu dick war. In dem Fall empfiehlt es sich, vorsichtig nachzupolieren oder die Stelle erneut zu behandeln
- Hartnäckige Flecken vor der Versiegelung lassen sich mit speziellen Pasten oder Adsorbermitteln entfernen
- Besonders an Kanten und Fugen lohnt sich sorgfältiges Arbeiten, da diese Bereiche am anfälligsten für eindringende Flüssigkeiten sind
- Arbeite am besten nach dem Motto “Lieber etwas mehr Zeit in die Details investieren, als später ärgern.”
Schritt 6: Kosten im Überblick
Eine Versiegelung kostet nicht viel, wenn man sie selbst durchführt. Für eine Arbeitsplatte von rund vier Quadratmetern liegen die Materialkosten bei etwa 30 Euro. Dazu kommt die eigene Arbeitszeit von zwei bis drei Stunden. Insgesamt bewegt sich der Aufwand bei etwa 30 bis 80 Euro.
Wer lieber einen Fachbetrieb beauftragt, zahlt je nach Region und Aufwand zwischen 150 und 300 Euro. Dafür übernimmt der Profi die komplette Arbeit, bringt Erfahrung und Geräte mit und gibt in vielen Fällen eine Gewährleistung auf die Ausführung.
Fazit
Eine Naturstein-Arbeitsplatte zu versiegeln ist mit etwas Geduld und der richtigen Vorgehensweise leicht selbst machbar. Du schützt damit deine Küche dauerhaft vor Flecken und Abnutzung – und erhältst dir die natürliche Schönheit des Steins: “Versiegeln ist kein Luxus, sondern ein Must-have für jede Naturstein-Arbeitsplatte.”
Titelbild: KI-generiert (Google Gemini)






