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Soft-Close: Was bedeutet das und wie funktioniert das System?

So gut wie jeder Beschläge- und Küchenhersteller hat Küchenfronten mit Soft Close Automatik im Angebot. Doch was steckt hinter dem System und wird Soft Close tatsächlich benötigt oder steckt dahinter nur ein moderner Trend? Wir verraten dir alles, was du über Soft Close wissen musst. 

Was ist Soft-Close?

Bei modernen Autos sorgt eine Soft-Close-Automatik in den Autotüren dafür, dass die Tür auch leicht zugeht, wenn der Fahrer in einer engen Parklücke keinen Schwung holen kann. Im Indoor-Bereich ist die Soft-Close-Technik schon länger im Einsatz, funktioniert einwandfrei und ohne jede Körpergefährdung. Soft-Close  in der Küchenbranche ist ein System, das Schranktüren und Fronten wie von Zauberhand geräuschlos zugleiten lässt, Markenhersteller wie z. B. Miele nutzen Soft-Close für ihre leise wie von selbst schließenden Kühl- und Gefrierschranktüren, auf der Toilette sorgt die Absenkautomatik im Soft-Close-Deckel für geräuschlosen Komfort. Im Möbelbau wird die Soft-Close-Technik weiter bei Möbeltüren, Schubladen und Klappen bzw. Scharnieren aller Art eingesetzt, damit diese ebenso sanft wie leise schließen. Die meisten Möbel- und Beschläge Hersteller haben Soft Close Automatiken im Angebot, so auch Grass.

https://www.youtube.com/watch?v=UEKQurpKQ68

 

All diese Türen, Deckel, Schubladen und Klappen lassen sich genauso leicht öffnen wie ohne Soft-Close-Automatik, weil der Mechanismus erst durch das Öffnen der Türen aktiviert wird: Wenn eine Soft-Close-Schublade oder -Tür geöffnet wird, spannt das die Feder und fährt die Dämpfung aus, die nun den Vorgang des Schließens abfedert.

Wie und wozu wird Soft-Close-Technik in der Küche eingesetzt?

Soft-Close wird auch in Möbeltüren und Schubladen von Küchenmöbeln verbaut. Es gibt mechanische und elektrische Varianten der Soft-Close-Systeme, wobei letztere mit Push To Open Technik für Öffnen durch kurzes Antippen kombiniert werden können, was komplett grifflose Küchen ermöglicht. Für (Edelstahl-) Küchen im hochpreisigen Bereich werden weiter aufwendige Selbsteinzug-Ausführungen mit Magnetleisten am Rahmen und rund um die Schubladen angeboten, bei denen keine Feder mehr durch Dauernutzung ermüden kann.

Grifflose Küchenfronten von GRASS; Foto: GRASS

Grifflose Küchenfronten von GRASS; Foto: GRASS

Küchen-Elemente, die komplett mit Soft-Close-System ausgestattet sind, können einige Vorteile für sich verbuchen:

  • Die Türen der Küchenschränke brauchen nicht mehr als einen kleinen Stoß, um sich wie von selbst zu schließen
  • Funktioniert im Umdrehen mit der ausgestreckten Hand, funktioniert auch mit der Fußspitze von der Küchenbank aus
  • Die Schubladen der Küchenschränke machen ihrem Namen endlich Ehre, weil sie sich auf sanften Schubs ebenso sanft zuziehen
  • Scherz beiseite, Soft-Close macht gerade in der Küche viele tägliche Handgriffe ein gutes Stück komfortabler
  • Das macht das Leben komfortabler, weil es merkbar Zeit und Kraft spart, wenn sich Türen und Schubladen selbst einziehen
  • Und es macht das Leben ein gutes Stück leiser, wenn die Türen nicht mehr unter Zeitdruck mal schnell zugeknallt werden
  • Für die Haltbarkeit der Möbel sind die Soft-Close-Systeme deshalb auch vorteilhaft

Tipp
Vor allem in hellhörigen Wohnungen von überschaubarer Größe kann die Soft-Close-Technik tatsächlich für mehr Lebensqualität sorgen, weil die Küche auch mitten in der Nacht benutzt werden kann, ohne dass Mitbewohner gestört werden.

Soft-Close nachrüsten bzw. selbst einbauen

Manche kreativ veranlagte Mieter und Bauherren bauen sich ihre Küche vollständig selbst, mit ganz individuellen Fächern, Türen und Schüben (und einem Tisch mit Sofa, einer großen Pflanzenwand oder vielleicht auch einem Fernseher im Raum). Bei einem Umzug ist es viel geschickter, eine vorhandene, gut in den Raum eingepasste Küche so zu renovieren, dass sie modernen Ansprüchen standhält, als eine komplette neue Küche einzubauen. Dann stellt sich die Frage, ob man selbst gebaute, beim Antiquitätenhändler erworbene oder vom Vormieter übernommene Küchenmöbel mit Soft-Close-Beschlägen ausstatten oder nachrüsten kann.

Die Antwort: Man kann! Mit etwas handwerklichem Geschick, ist es kein Problem nachträglich ein Soft Close Beschlag einzubauen. Ein Soft-Close-Beschlag kostet im Durchschnitt um 10,- EUR . Du solltest allerdings für den Austausch bzw. Einbau schon einige Heimwerker-Kenntnisse mitbringen und über einen gut ausgestatteten Werkzeug-Koffer verfügen (oder jemanden kennen, der Kenntnisse und Werkzeug hat).

Ein solcher Austausch bzw. das Nachrüsten der Soft-Close-Technik sollte gut überlegt werden: Um eine Tür mit dem neuen Soft-Close-Beschlag auszurüsten, brauchte der Profi nicht mehr als rund 5 Minuten. Der Selbst-Einbau dauert meist länger. Wenn du dir dieses aufwendige Nachrüsten ersparen möchtest, gibt es andere Lösungen.

Alternativen zur Soft-Close-Technik

Sehr schnell zieht Soft-Close in die Küche ein, wenn du dir eine Großpackung Filzgleiter besorgst und innen an Schubladen und Türen klebst. Eine Art automatischer Einzug lässt sich ähnlich schnell nachrüsten, indem du Magneten in Türen und Schubladen klebst:

https://www.youtube.com/watch?v=ZDJpX3DzPvk

 

Diese Alternativen sind nicht ganz so edel wie die echte Soft-Close-Technik, aber dafür preiswert und mit sehr wenig Aufwand verbunden.

 

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