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Zwiebeln und Knoblauch richtig aufbewahren – so klappt’s

  • Idee

Knoblauch und Zwiebeln sind unverzichtbare Zutaten für viele köstliche Speisen, werden aber in größeren Einheiten verkauft, als für ein Gericht verbraucht wird. Die restlichen Knoblauchknollen liegen in einem Schälchen in der Küche herum, bis lange grüne Triebe nach einem Blumentopf rufen; die Zwiebeln schießen erst lange, helle Sprosse und werden dann weich und matschig. Schade drum – muss aber nicht sein, weil sich sowohl Knoblauch als auch Zwiebeln richtig gelagert mehrere Monate halten.

Knoblauch und Zwiebeln: So bleiben sie lange knackig und würzig

Eine wichtige Voraussetzung für lange Haltbarkeit ist der Einkauf frischer Ware: Weiße, feste Knoblauch-Knollen und glänzend orangebraune Zwiebeln ohne Flecken auf der oder Risse, Beschädigungen in der Schale. Sie sollten auf Druck nicht nachgeben, von einer pergamentartigen, trockenen Haut umhüllt sein und noch keinerlei Trieb-Ansätze zeigen.

Knoblauch und Zwiebeln werden am besten an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort gelagert. Ein kühler, trockener, gut durchlüfteter Nebenraum oder Keller ist der perfekte Lagerplatz für beide. Wenn diese nicht zur Verfügung stehen, findet sich vielleicht in einem Vorratsschrank weit weg von Herd und Heizung ein kühles, dunkles Plätzchen. In diesem Raum oder Schrank sollten Zwiebeln und Knoblauch in Behältern aufbewahrt werden, die möglichst wenig Licht, aber viel Luft an die Knollen/Zwiebeln lassen: Korb oder Drahtkorb, ein Netz oder einfach eine Papiertüte, in die die würzigen Früchtchen locker eingewickelt werden.

Knoblauch und Zwiebeln am besten dunkel und trocken lagern

Knoblauch und Zwiebeln am besten dunkel und trocken lagern

Zwiebeln bleiben unter solchen Bedingungen bis zu einem halben Jahr “keimfrei” – im wahrsten Sinne des Wortes, weil diverse Stoffe im saftigen Inneren unter Schale antibakteriell wirken. Aber auch im übertragenen Sinne, weil Zwiebeln zum Keimen Licht und Feuchtigkeit brauchen. Für den Knoblauch gilt das auch, er hält sich bei dunkler, kühler, luftiger Aufbewahrung (bis etwa Zimmertemperatur) sogar bis zu einem Jahr. Eine feuchte und warme Umgebung fördert dagegen die Vermehrung der überall in geringen Mengen vorhandenen Schimmelpilze, bringt Zwiebeln recht schnell und auch Knoblauch über kurz oder lang zum Treiben.

Tipp: Nicht in jedem modernen Haushalt fällt es leicht, einen kühlen, dunklen, luftdurchströmten Ort zur Lagerung von Zwiebeln, Knoblauch und ähnlich “lichtscheuem Gesindel” zu finden. Dabei haben viele Wohnungen einen kaum genutzten Balkon, auf dem sich Zwiebeln und Knoblauch in einem kleinen, luftigen Schränkchen einen großen Teil des Jahres sehr wohl fühlen würden. In Wohnungen ohne Balkon mit nicht sehr großen Küchen bietet sich als Ausweg und kühlster Ort das Fenster an, Zwiebeln im Hängekorb mit Sonnenschutz-Abdeckung, Knoblauch im Knoblauchtopf oder einem anderen Keramiktopf mit Deckel auf dem Fensterbrett.

Das mögen die Lauchgewächse gar nicht

Damit es gleich im Gedächtnis hängen bleibt, hier noch einmal die Liste der Don’ts:

  • Lagerung in warmer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit, die zu Fäulnis und Schimmelwachstum führt
  • Auch im feuchten Klima des Kühlschranks ziehen Zwiebeln und Knoblauch Wasser und schimmeln
  • Direktes Sonnenlicht und überhaupt helles Licht, die die Pflanzen dazu anregen, auszutreiben (was zur Folge hat, dass die Inhalts- und Aromastoffe in die Triebe geleitet werden)
  • Aufbewahrung in Frischhaltedosen, Plastiktüten und ähnlichen luftdichten Behältern: Die schützende Schalen wird feucht und lässt Schimmelsporen durch
  • Einwickeln in Alufolie, deren chemische Reaktion mit den Inhaltsstoffen verdirbt den Geschmack
  • Auch Einfrieren ist nicht zu empfehlen, da Konsistenz und Aromastoffe darunter leiden

Tipp: Zwiebeln und Knoblauch sind botanisch sehr nah verwandt. Die Speise-Zwiebel (Allium cepa) und der Knoblauch (Allium sativum) gehören beide zur Gattung Allium, zur gleichen Untergattung und zur gleichen Sektion (die beide auch Allium heißen, weil sie “den Kern der Gattung” repräsentieren). Deshalb gelten alle Aufbewahrungs-Tipps für beide, deshalb können beide zusammen aufbewahrt werden und als würzende Zutaten für die gleichen Gerichte verwendet werden.

Eine richtig gesunde Pflanzenfamilie

Die Gemüse- und Würzpflanzen der Gattung Allium (auf deutsch Lauch, das ist der Dritte im Bunde) tun viel für die menschliche Gesundheit – hier die wichtigsten, teils recht neuen Erkenntnisse:

  • Die ganz normalen, frischen Zwiebeln waren die Heilpflanzen des Jahres 2015, weil sie in vielfacher Art positiv auf unsere Gesundheit einwirken
  • Zwiebeln enthalten antioxidative Schwefelverbindungen, die gerinnungshemmend und antiasthmatisch wirken
  • Auch Blutdruck, Blutfette und Blutzucker werden durch häufigen Zwiebelverzehr positiv beeinflusst
  • Äußerlich wird Zwiebelsaft zur Behandlung von Insektenstichen und Furunkeln, bestimmten Wunden und Blutergüssen eingesetzt
  • Zwiebeln und Knoblauch wirken antibakteriell (auch im Magen, wo sie noch in 100.000-facher Verdünnung Krankheitserreger abtöten)
  • Die Inhaltsstoffe des Knoblauchs senken nachgewiesen die Blutfettwerte und wirken so vorbeugend und therapeutisch gegen Arteriosklerose
  • Knoblauch wirkt gegen Bakterien, Parasiten und Viren und tötet deshalb große Mengen von Krankheitserregern ab
  • Er soll die Behandlung von Atemwegsinfektionen, Grippe, Bronchitis, Bronchialasthma und wiederkehrenden Erkältungen positiv unterstützen
  • Knoblauch ist gut für die Immunabwehr und begünstigt Erhalt bzw. Wiederherstellung einer natürlichen Darmflora
  • Weitere Therapiemöglichkeiten werden untersucht, z. B. zur Behandlung von Tumoren, Brustkrebs, Magenkrebs, Darmkrebs
  • Beide Lauchgewächse werden noch in vielen anderen Anwendungen empfohlen und eingesetzt

Ein paar Gedanken rund um die optimale Aufbewahrung von Zwiebeln und Knoblauch lohnen sich also auf jeden Fall, damit sie in der Küche schön oft eingesetzt werden können.

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Knoblauch und Zwiebel verarbeiten

Knoblauch und Zwiebel verarbeiten

Der frische geerntete Knoblauch vom Hofladen, das Säckchen gestern gezogene Zwiebeln vom Bauern im Urlaubsort. Sie schmecken wunderbar, lassen sich aber noch sehr schlecht lagern, weil sie viel zu feucht sind. Da sie in Wohnungen mit normaler Luftfeuchtigkeit kaum lagerfähig getrocknet werden können, bietet sich hier eine “Lagerung mit zusätzlichem, kulinarischen Wert” an:

  • Zwiebeln können mit Gewürzen und weiteren Früchten zu wohlschmeckenden Chutneys eingekocht werden, das Internet hält eine Fülle kreativer Rezepte bereit
  • Trockenzwiebeln: Zwiebeln einige Tage an der Luft vortrocknen, mit scharfem Messer oder Gemüsehobel dünne Ringe schneiden, auf einem Backblech gut verteilen, bei ca. 70 °C im Ofen trocknen
  • Knoblauchzehen in Öl einlegen: 5 min abkochen, um Keime zu töten, abtropfen und trocknen lassen oder trockentupfen, in verschließbares Glas füllen, nach Geschmack Kräuter zugeben und mit Olivenöl aufgießen
  • Knoblauchpaste: Knoblauchzehen einige Minuten kochen und dann durch die Knoblauchpresse pressen, Paste salzen, in ein verschließbares Glas füllen und mit etwas Olivenöl “versiegeln”
  • Knoblauchsalz: Knoblauchzehen fein hacken und großzügig mit Meersalz bestreuen, beide Zutaten durch/über Zerdrücken mit einer flachen Messerklinge vermischen, in ein verschließbares Glas abfüllen
  • Wenn Sie immer einen frischen Löffel benutzen und das Glas nach Entnahme sofort wieder schließen, können diese Zubereitungen Monate halten

Tipp: Knoblauch shaken, statt mühsam schälen. Knoblauch-Knolle mit dem Handballen eindrücken und auseinander reißen, in ein Einmachglas mit Deckel geben, verschließen und diesen “Knoblauch-Shaker” kräftig schütteln – und die Schalen lösen sich fast wie durch einen Zauber.

 

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Olivia

Olivia ist Küchenfinder Redakteurin der ersten Stunde und hat ein Auge für die neuesten Einrichtungstrends, Geräte und Materialien. Auch Zuhause verbringt sie viel Zeit in der Küche. Kochen bedeutet für sie Entspannung, Genuss und Lebensfreude.