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Brathuhn im Ofen zubereiten: Wie lange braucht ein Hähnchen im Backofen?

Hähnchen ist köstlich, brät sich weitgehend selbst und wird mit interessanter Vorspeise und üppigem Dessert zum repräsentablen Essen für Gäste, das auch Anfängern keine Probleme bereitet. Nur die Ermittlung des richtigen Garpunkts ist ein wenig kniffelig: Geflügel schmeckt nicht, wenn es nicht gar ist und soll auch aus Hygienegründen durchgebraten werden; übergarte, strohtrockene Hühnervögel sind allerdings auch kein kulinarischer Traum. Doch das Bestimmen des richtigen Garpunkts ist keine Geheimwissenschaft, man muss sich nur einmal gründlich damit beschäftigen. Wir verraten dir, wie lange ein Hähnchen im Backofen benötigt. 

Garzeit: Eine relative Angabe

Wie lange braucht ein Hähnchen im Backofen? “Tja”, sagte der große Feinschmecker-Guru, “das hängt von vielen verschiedenen Dingen ab.” Das klingt zwar wage, aber er hat Recht. Es fängt ganz simpel an: Ein Kilogramm Hähnchen ist bei 180 °C bei Umluft im Backofen in einer Stunde essfertig durchgegart.

1 kg Hähnchen wirst du jedoch kaum vor dir liegen haben, weil Hähnchen zum Braten in Gewichtsklassen zwischen 1.100 g und 2.100 g angeboten werden. Manche dieser Hähnchen müssen noch um die Innereien (meist in einem Plastikbeutel) erleichtert werden. Wenn du das Hähnchen nicht kompliziert binden möchtest, sondern einfach im Bräter garen möchtest, solltest du auch die Flügel abschneiden, die eine halbe Stunde später in den Ofen kommen und dann perfekt knusprig werden, statt zu verbrennen.

Garpunkt eines Hänchnes: Wie lange benötigt ein Brathuhn im Ofen?

Garpunkt eines Hänchnes: Wie lange benötigt ein Brathuhn im Ofen?

So rechnest du die Garzeit eines Hähnchens aus

Jetzt hast du das sogenannte Gargewicht vor dir liegen, nach dem die Bratzeit ermittelt wird. Für ein Hähnchen von 1.400 g funktioniert das so:

60 min / 1.000 g = 6 min pro 100 g x 14 = 84 Minuten oder 1 Stunde und 24 Minuten Garzeit.

Wenn du die Garzeit für ein sehr kleines Hähnchen nach unten rechnen musst (bis 650 g heißt es “Stubenkücken”), ergibt das für ein Mini-Hähnchen von 900 g 54 Minuten, die du dann sehr genau einhalten solltest bzw. gleich auf 50 Minuten reduzieren kannst, weil dieses Mini-Huhn im Ofen schnell durchwärmt und vermutlich auch etwas zarter ist. Wenn du einen “halben Schwan” von 2.100 g braten möchtest, können die für ihn errechneten 126 Minuten (2 Std. 6 min) eher großzügig ausgelegt werden, wenn er bis ins Innerste gut durchgaren soll.

Tipp
Diese Hinweise zur Umrechnung der Garzeit können für kleinere Geflügel wie Stubenküken, Wachteln und größere Geflügel wie Gänse, Enten, Puten genau so übernommen werden. Bei ganzen Fleischstücken von Rind und Co. geht das nicht, weil diese im Gegensatz zu Geflügel nicht unbedingt durchgegart werden müssen und auch nicht unbedingt durchgegart sollen. Roastbeef z. B. schmeckt am besten, wenn es innen noch rosa (also fast roh) ist.

Grundrezept für “Hähnchen ohne Schnörkel”

Das frische Hähnchen kann nun so wie es ist in den Bräter gelegt werden. Das Waschen des Hähnchen solltest du dir besser sparen: Die gefürchteten Salmonellen sind natürliche Darm-Bakterien von Hühnern, die früher beim Legen öfter auf die Eier übertragen wurden, was heute durch Impfung der Legehennen unterbunden wird. Aufs Hähnchenfleisch verirren sich diese Darmbakterien ohnehin eher selten (bei Stichproben der Gesundheitsämter werden auf unter 8 % der frischem Hähnchenfleisch-Proben Salmonellen gefunden). Wenn jedoch einige wenige Salmonellen auf dem Hähnchen unterwegs sind, hast du beim Waschen die besten Chancen, diese in der Küche zu verteilen, wo sie sich dann wochenlang vermehren, während sie im Backofen einem sicheren Tod entgegensehen (Salmonellen sterben nach 10 min bei 75 °C).

Einfaches Brathuhn im Ofen zubereiten

Einfaches Brathuhn im Ofen zubereiten

Während der Backofen vorheizt, wird das Hähnchen gewürzt: Salz, Pfeffer, Paprika in beliebigen Anteilen und beliebiger Paprikaschärfe von edelsüß bis Chili (ja, auch Chili gehört zu den Paprika-Arten) in ein wenig Öl oder aufgelösten Butterschmalz einrühren und mit dem Küchenpinsel oder gründlich gewaschenen Händen innen und außen auf dem Hähnchen verteilen. Und dann ab dafür: Hinein mit dem Hähnchen in den auf 180 °C Umluft vorgeheizten Backofen, das erste Mal öffnen wenn die Flügel nachgelegt werden sollen. Dann mit dem Bratensaft und dem Rest der Fett-Gewürzmischung einpinseln, das bis zum Ende der Garzeit öfter wiederholen, damit die Haut schön kross wird. Zum Ende der Gartest kannst du mit einer Rouladennadel oder dünnen Stricknadel in die Brust des Hähnchens stechen – wenn der austretende Saft noch blutig ist, bleibt das Hähnchen noch ein paar Minuten im Ofen. Vor dem Anschneiden sollte das Hähnchen einige Minuten ruhen, damit sich der Fleischsaft gut verteilt; so schmeckt das Fleisch zart und saftig.

Tipp
Das praktische Tiefkühl-Hähnchen unterscheidet sich nicht im Geringsten vom vergleichbaren frischen Huhn (auch Bio-Hähnchen gibt es als TK-Ware), weil die einzelnen Zellen beim professionellen Schockfrosten weitgehend im Originalzustand bleiben. Es muss allerdings richtig aufgetaut werden, um den vollen Geschmack zu entfalten: Über Nacht im Kühlschrank, so behält es seine Konsistenz und bietet Bakterien keine Vermehrungschancen. Am besten in einem Behälter mit Siebeinsatz, in den das Auftauwasser gleich ablaufen kann. Das Hähnchen muss höchstens mit Küchenpapier etwas trockengetupft werden und kann dann sofort in den Bräter, der Auftaubehälter wird samt Einsatz sofort in die Spüle befördert und abgewaschen.

Huhn ist nicht gleich Huhn

Das gerade beschriebene “Ideal-Hähnchen” hält sich an die errechnete Garzeit, andere Hähnchen nicht unbedingt. Denn diese Garzeit ist keine feste wissenschaftliche Größe, sondern wird durch verschiedenste Einflüsse bestimmt:

  • Schlachtalter
  • Art der Lagerung
  • Länge der Lagerung
  • Luftfeuchtigkeit
  • Außentemperatur

Und sie variiert mit dem Futter und der Haltung: Das Bio-Huhn aus artgerechter Haltung hat bei seinem guten Futter kräftig reingehauen (reingepickt) und die aufgenommene Energie durch manche wilde Runde über den Hof abgebaut. Es ist durchtraniert wie ein Sportler, sein kräftiges Muskelfleisch braucht im Ofen etwas länger als das müde Fleisch vom Käfighuhn.

Jeder Backofen tickt anders

Dann hat noch dein Backofen ein Wörtchen mitzureden, denn es ist tatsächlich so: Jeder Backofen tickt etwas anders. Du solltest beim ersten Hähnchen (oder anderem Gargut) also aufmerksam beobachten, ob dein Ofen eher übereifrig arbeitet oder eher zu den gemächlichen Spätstartern gehört, damit du die Garzeit künftig genau anpassen kannst.

Perfektionisten verlassen sich ohnehin nicht auf pauschal vorgegebene Garzeiten, sondern gehen dem Kern des Themas “Garen” auf den Grund, im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf die Kerntemperatur kommt es an

Vielen klugen Köpfen war schon lange aufgefallen, dass pauschale Angaben von Garzeiten nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Irgendwann erfand einer dieser klugen Köpfe das Fleischthermometer, das ins Fleisch gestochen wird, um die Temperatur im Kern zu messen. So erfährst du ganz genau, wie es innen im Hähnchen aussieht:

  • Bei einer Kerntemperatur von 75 °C werden alle Keime und eventuelle Antibiotika-Rückstände sicher abgetötet
  • Bei einer Kerntemperatur von 80 – 85 °C hat Hähnchenfleisch den optimalem Garpunkt erreicht
  • Diese Messung ist unabhängig davon, wie groß dein Hähnchen ist und welche Launen dein Ofen an den Tag legt
  • Deshalb ist das Ergebnis auch immer reproduzierbar und an deinen persönlichen Geschmack anpassbar
  • Wenn dir das Hähnchen bei 85 °C etwas zu trocken erschien, nimmst du es das nächste Mal einfach bei 80 °C aus dem Ofen

 

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